24.11.2020

Arbeitsniederlegung: Streikgelder m├╝ssen nicht versteuert werden

Wenn Arbeitnehmer ihre Arbeit niederlegen, um sich f├╝r Lohnerh├Âhungen oder bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen, ruht der Arbeitsvertrag. Der Arbeitgeber zahlt w├Ąhrend des Streiks keinen Lohn. Um die Lohneinbu├čen abzumildern, zahlen Gewerkschaften ihren Mitgliedern daher ein Streikgeld, dessen H├Âhe in den Satzungen der einzelnen Gewerkschaften geregelt ist. Meist wird es auf Grundlage des monatlichen Mitgliedsbeitrags berechnet, der wiederum vom Bruttoverdienst des Arbeitnehmers abh├Ąngig ist. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf├╝hrer (GDL) zahlte in der Vergangenheit beispielsweise 100 ÔéČ pro Streiktag an ihre zugeh├Ârigen Lokf├╝hrer aus.

Hinweis: Streikende Arbeitnehmer, die keiner Gewerkschaft angeh├Âren, gehen beim Streikgeld leer aus.

Streikgelder sind steuerfrei, da sie nicht als Einkommen des Arbeitnehmers eingestuft werden. Zudem fallen auf diese Gelder keine Sozialversicherungsabgaben an. Da Streikgelder steuerlich auch keine Lohnersatzleistungen sind, unterliegen sie nicht dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das hei├čt, sie erh├Âhen nicht den Steuersatz, der f├╝r die ├╝brigen Eink├╝nfte des Arbeitnehmers gilt.

Wegen der Steuerfreiheit der Streikgelder k├Ânnen im Gegenzug aber auch die Kosten, die mit der Teilnahme an einem Streik verbunden sind, nicht steuermindernd geltend gemacht werden. So sind beispielsweise Fahrtkosten zum Streikort, Verpflegungsmehraufwendungen oder Kosten f├╝r Streikmaterialien (z.B. f├╝r Schilder oder Transparente) nicht als Werbungskosten abziehbar. Einzig der monatliche Mitgliedsbeitrag zur Gewerkschaft kann ´╗┐von Arbeitnehmern im Rahmen ihrer Einkommensteuererkl├Ąrungen´╗┐ als Werbungskosten geltend gemacht werden.




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