10.10.2020

Einkommensteuer: Nachweis des Nutzungsumfangs betrieblicher Fahrzeuge

Wenn Sie als Unternehmer in einem Jahr einen hohen Gewinn haben und planen, in der Zukunft eine gr├Â├čere Investition zu t├Ątigen, k├Ânnen Sie einen sogenannten Investitionsabzugsbetrag (IAB) bilden. Das hei├čt, dass sie einen Teil vom Gewinn, n├Ąmlich den IAB, abziehen und ihn im Jahr Ihrer Investition wieder hinzurechnen k├Ânnen. Es m├╝ssen allerdings einige Voraussetzungen f├╝r das neuangeschaffte Wirtschaftsgut erf├╝llt werden, zum Beispiel muss es zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden. Das Finanzgericht M├╝nster (FG) musste in einem solchen Fall entscheiden.

Der Kl├Ąger hatte in seinem Betriebsverm├Âgen ein Wohnmobil. Er nutzte es f├╝r Fahrten zu seinen Kunden, um schnell vor Ort zu sein und Hotelkosten zu vermeiden. 2013 ver├Ąu├čerte er es und kaufte ein neues. Im Privatverm├Âgen hatte er ebenfalls ein Wohnmobil. F├╝r beide Fahrzeuge f├╝hrte er elektronische Fahrtenb├╝cher und ermittelte eine Privatnutzung des betrieblichen Wohnmobils von unter 10 %. F├╝r das betriebliche Wohnmobil machte der Kl├Ąger im Jahr 2011 au├čerbilanziell einen IAB geltend. Dieser sowie eine Sonderabschreibung wurden im Jahr 2013 in Anspruch genommen. Im Rahmen einer Betriebspr├╝fung stellte das Finanzamt fest, dass die elektronischen Fahrtenb├╝cher f├╝r 2010 bis 2014 nicht ordnungsgem├Ą├č gef├╝hrt wurden, und ermittelte daher den privaten Nutzungsanteil nach der 1-%-Methode. Dadurch erh├Âhte sich der private Nutzungsanteil auf mehr als 10 %

Die Klage vor dem FG war gr├Â├čtenteils nicht erfolgreich. Das Finanzamt hatte den geldwerten Vorteil f├╝r die Nutzung des Wohnmobils im Betriebsverm├Âgen zutreffend mit der 1-%-Methode ermittelt. Das Gericht war wie das Finanzamt der Ansicht, dass die Fahrtenb├╝cher weder formell noch materiell ordnungsgem├Ą├č waren. Nach dem Gesetz ist der geldwerte Vorteil f├╝r die private Nutzung eines zu mehr als 50 % betrieblich genutzten Kfz der H├Âhe nach mit der 1-%-Regelung zu bewerten, sofern nicht das Verh├Ąltnis der privaten Fahrten zu den ├╝brigen Fahrten durch ein ordnungsgem├Ą├čes Fahrtenbuch nachgewiesen wird. Das gilt auch f├╝r im Betriebsverm├Âgen befindliche Wohnmobile. Damit wurde ein Privatanteil von mehr als 10 % ermittelt. Die Voraussetzungen f├╝r den IAB waren somit nicht erf├╝llt, weshalb das Finanzamt dessen Bildung und die in Anspruch genommene Sonderabschreibung zu Recht r├╝ckg├Ąngig gemacht hat.

Hinweis: Sie m├Âchten mehr zu den Voraussetzungen des IAB wissen? Wir beraten Sie gerne.




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