12.09.2020

Einkommensteuer: Fahrtkostenerstattung an Gro├čeltern f├╝r die Kinderbetreuung

Wenn man Kinder hat und einer Besch├Ąftigung nachgeht, stellt sich schnell die Frage, wer auf die Kinder aufpassen soll. Oftmals gehen sie in den Kindergarten oder zu einer Tagesmutter. Manche Kinder werden auch von ihren Gro├čeltern betreut. Wohnen die Gro├čeltern aber weiter weg, k├Ânnen auch einige Fahrtkosten anfallen. Wie ist es, wenn die Eltern der Kinder den Gro├čeltern die Fahrtkosten erstatten: K├Ânnen diese dann in der Einkommensteuererkl├Ąrung steuermindernd ber├╝cksichtigt werden? Das Finanzgericht N├╝rnberg (FG) musste dar├╝ber entscheiden.

In der Einkommensteuererkl├Ąrung machten die Kl├Ąger Kinderbetreuungskosten in H├Âhe von 3.485 ÔéČ geltend. Davon entfielen 3.149 ÔéČ auf die Fahrtkostenerstattung f├╝r Fahrten der Gro├čeltern zum Wohnort der Kl├Ąger zur Kinderbetreuung. Die Kl├Ąger reichten dazu mit der Steuererkl├Ąrung eine Zusammenstellung der Fahrten ein, die aber weder ein Datum noch eine Unterschrift trug. Es war zudem nicht klar, wer diese Aufstellung erstellt hatte. Auch gab es keine Rechnung. Die an die Gro├čeltern ├╝berwiesenen Betr├Ąge enthielten keinen Betreff. Des Weiteren ├╝berwies der Vater der Kl├Ągerin den ├╝berwiesenen Betrag im Januar 2015 wieder zur├╝ck an die Kl├Ąger. Das Finanzamt erkannte die Kosten nicht an.

Die Klage vor dem FG hatte keinen Erfolg. Die Fahrtkosten wurden zu Recht nicht als Kinderbetreuungskosten ber├╝cksichtigt. Denn neben den fehlenden formalen Voraussetzungen fehlt es zum Teil auch an einer wirtschaftlichen Belastung. Zwar kann grunds├Ątzlich eine Fahrtkostenerstattung ber├╝cksichtigt werden. Hierf├╝r muss allerdings eine Rechnung vorliegen. Dies ist eine formale Voraussetzung, die hier nicht vorlag. Die von den Kl├Ągern vorgelegten Unterlagen und Erl├Ąuterungen sind nicht ausreichend. Sie stellen auch keine Quittung dar. Zudem konnte nicht dargelegt werden, wer die Aufstellung angefertigt hatte. Es fehlte an einem schriftlichen Dokument, das die Eltern der Kl├Ągerin unterschrieben haben und dem sich entnehmen l├Ąsst, dass die Kl├Ąger ihren Eltern die Fahrtkosten tats├Ąchlich schulden. Ebenso fehlt es zum Teil an einer wirtschaftlichen Belastung der Kl├Ąger aufgrund der R├╝ck├╝berweisung. Der entsprechende Betrag wurde im Januar 2015 auf den Cent genau an die Kl├Ąger zur├╝ck├╝berwiesen mit dem Vermerk ÔÇ×BekanntÔÇť. Eine Begr├╝ndung hierf├╝r konnten die Kl├Ąger nicht liefern.

Hinweis: Wenn Sie Fragen dazu haben, welche Kinderbetreuungskosten in der Einkommensteuererkl├Ąrung ber├╝cksichtigt werden k├Ânnen, helfen wir Ihnen gerne.




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