08.02.2019

Aktionärsdarlehen: Darlehensverlust gilt nicht als nachträgliche Anschaffungskosten

Kann man als Aktion√§r ‚Äěseiner‚Äú AG ein Darlehen geben? Nat√ľrlich - steuerrechtlich spricht nichts dagegen. Problematisch wird es nur, wenn die AG das Darlehen nicht zur√ľckzahlen kann und pleitegeht. Denn dann sind zwei steuerrechtlich unterschiedliche Sachverhalte eingetreten: Einerseits sind aufgrund des Wertverlusts der Aktien Verluste entstanden. Andererseits ist das Darlehen ausgefallen. Beide Vorf√§lle unterliegen in der Regel den Regelungen der Besteuerung von Kapitalertr√§gen. Hier gibt es aber seit 2009 wegen der Abgeltungsteuer eine Abzugsbeschr√§nkung.

Ein Angestellter aus Hessen, dem genau das oben Beschriebene passiert ist, hatte ein wenig Gl√ľck im Ungl√ľck. Denn er hielt insgesamt 4,87 % der Anteile an der AG. Ab einem Anteil von 1 % Prozent (innerhalb der letzten f√ľnf Jahre vor Ver√§u√üerung) gelten jedoch andere Regelungen, so dass er tats√§chlich einen Teil des Verlustes im Rahmen des Teileink√ľnfteverfahrens geltend machen konnte. Hierbei werden 40 % der Ertr√§ge (positiv wie negativ) steuerfrei gestellt, der Rest wird ber√ľcksichtigt.

Das Darlehen jedoch war verloren. Auch nach dem Urteil des Finanzgerichts Hessen (FG) konnte der Aktionär den Verlust nicht geltend machen. Denn um nachträgliche Anschaffungskosten handelte es sich nicht. Bei einer AG konnten bis zum 27.09.2017 bei der Vergabe eines Darlehens Anschaffungskosten vorliegen, sofern der betreffende Anteilseigner mindestens 25 % der Anteile hielt und damit ein wesentlich Beteiligter war. Nach diesem Datum galt die Rechtsprechung zum Eigenkapitalersatzrecht nicht mehr.

Auch lie√ü das FG den Darlehensverlust nicht als negative Kapitaleink√ľnfte zu. Insoweit widersprach es der j√ľngst ergangenen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH). Der Aktion√§r hatte daher mit seiner Klage keinen Erfolg. Lediglich ein Teil des Verlusts wurde bei der Bemessung seiner Steuerlast ber√ľcksichtigt.

Hinweis: Das Urteil fiel im Hinblick auf die Nichtzulassung der Darlehensverluste bei den Eink√ľnften aus Kapitalverm√∂gen unerwartet aus. Da Revision eingelegt wurde, wird sich der BFH diesen Fall demn√§chst noch einmal n√§her anschauen und entweder seine Rechtsprechung hierzu best√§tigen oder davon abweichen. Wir d√ľrfen gespannt sein und informieren Sie wieder.




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