02.02.2019

Gewinn aus Praxisverkauf: Wiederaufnahme der Tätigkeit bringt ermäßigte Besteuerung zu Fall

Wenn Freiberufler ihren Betrieb ver√§u√üern, k√∂nnen sie den dabei entstehenden Ver√§u√üerungsgewinn mit einem erm√§√üigten Einkommensteuersatz versteuern. Voraussetzung hierf√ľr ist nach der h√∂chstrichterlichen Rechtsprechung, dass

Ein selbst√§ndiger Steuerberater aus dem Rheinland ist vor dem Bundesfinanzhof (BFH) nun √ľber diese Voraussetzungen ‚Äěgestolpert‚Äú. Er hatte seine Kanzlei im Jahr 2008 f√ľr 700.000 ‚ā¨ an eine Steuerberatungsgesellschaft verkauft. Vereinbart war, dass der gesamte Mandantenstamm auf die K√§uferin √ľbergeht und der Steuerberater die Mandanten als freier Mitarbeiter der K√§uferin auch weiterhin betreut.

Sp√§ter kam es jedoch zu einem Zerw√ľrfnis zwischen den Parteien, so dass der Steuerberater 22 Monate nach dem Verkauf seiner Kanzlei wieder eine Einzelpraxis in derselben Stadt er√∂ffnete und den √ľberwiegenden Teil seiner ehemaligen Mandantschaft dorthin mitnahm.

Das Finanzamt ging davon aus, dass der Ver√§u√üerungsgewinn aus dem Praxisverkauf wegen der Wiederaufnahme der freiberuflichen T√§tigkeit nicht erm√§√üigt zu besteuern sei. Der Steuerberater hielt dem unter anderem entgegen, dass das Zerw√ľrfnis und die daraus resultierende Wiederer√∂ffnung seiner Praxis planwidrig gewesen seien und derartige Umst√§nde nicht zu seinen Lasten gehen d√ľrften.

Das Finanzgericht K√∂ln gab dem Finanzamt in erster Instanz recht und erhielt nun R√ľckendeckung vom BFH. Die Bundesrichter verwiesen darauf, dass eine Wiederaufnahme der T√§tigkeit auch dann eine erm√§√üigte Besteuerung ausschlie√üt, wenn sie urspr√ľnglich nicht geplant war. Ma√ügeblich sei allein, ob es objektiv zu einer endg√ľltigen √úbertragung der wesentlichen Praxisgrundlagen gekommen sei. Dies war vorliegend nicht der Fall.

Eine Zeitspanne von 22 Monaten reiche nicht aus, um von einer definitiven √úbertragung des Mandantenstamms auf die K√§uferin auszugehen. So habe der Steuerberater nach dem Verkauf noch als freier Mitarbeiter f√ľr die K√§uferin gearbeitet und seine bisherigen Mandanten weiterhin - wenn auch im Namen und auf Rechnung der K√§uferin - betreut. Diese fortdauernden Kontakte h√§tten dazu gef√ľhrt, dass sich die Mandantenbeziehungen zu der K√§uferin nicht verfestigt h√§tten, so dass hier nicht von einer definitiven √úbertragung habe ausgegangen werden k√∂nnen.




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