09.11.2018

Kryptowährungen: Wie Spekulationen mit Bitcoins & Co. besteuert werden

In der Vergangenheit haben Kryptow√§hrungen wie Bitcoin oder Ethereum zeitweise wahre Kursfeuerwerke hingelegt, so dass mancher Spekulant erhebliche Kursgewinne einfahren konnte. Um keine Steuerhinterziehung zu begehen, sollten Anleger die Gewinne unbedingt gegen√ľber ihrem Finanzamt offenlegen.

Bitcoins und andere Kryptow√§hrungen werden vom Fiskus rechtlich nicht als (Fremd-)W√§hrungen, sondern als ‚Äěandere Wirtschaftsg√ľter‚Äú eingestuft. Dies hat zur Folge, dass ein privates Ver√§u√üerungsgesch√§ft vorliegt, wenn jemand Bitcoins usw. innerhalb eines Jahres privat kauft und wiederverkauft. Der Wertzuwachs muss als Spekulationsgewinn in der Einkommensteuererkl√§rung angegeben werden.

Hinweis: Die Eink√ľnfte sind genau wie beim Verkauf von Goldbarren, Oldtimern oder Kunstwerken als ‚Äěsonstige Eink√ľnfte‚Äú zu versteuern. Unerheblich ist, ob der Gewinn durch einen Verkauf von Bitcoins, das Bezahlen beim Onlineshopping oder den Umtausch in eine andere Kryptow√§hrung erzielt wird.

Werden Kryptow√§hrungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erworben und sp√§ter nur teilweise verkauft, k√∂nnen Anleger f√ľr die Berechnung des Gewinns die ‚ÄěFirst-in-first-out‚Äú-Methode anwenden, nach der die zuerst erworbenen Coins als zuerst verkauft gelten. Bei der Berechnung des Ver√§u√üerungsgewinns k√∂nnen also die Anschaffungskosten der ‚Äě√§ltesten‚Äú Coins abgezogen werden.

Da sich der Gewinn aus dem Ver√§u√üerungspreis abz√ľglich der Anschaffungs- und der Ver√§u√üerungskosten errechnet, sollten Anleger unbedingt den Anschaffungs- und den Ver√§u√üerungsvorgang dokumentieren (z.B. in einem Transaktionstagebuch).

Wer durch die Veräußerungsgeschäfte binnen Jahresfrist einen Verlust erzielt, kann diesen mit seinen Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen.

Hinweis: Gewinne aus privaten Ver√§u√üerungsgesch√§ften bleiben steuerfrei, wenn sie zusammengerechnet unter 600 ‚ā¨ pro Jahr liegen. Hierbei handelt es sich aber nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze: Liegt der Jahresgewinn bei 600 ‚ā¨ oder dar√ľber (f√ľr alle privaten Ver√§u√üerungsgesch√§fte eines Jahres), ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig. Wer √ľber die 600-‚ā¨-Grenze hinaus steuerfreie Gewinne erzielen m√∂chte, muss seine Coins mehr als zw√∂lf Monate im ‚ÄěWallet‚Äú - in seinem digitalen Portemonnaie - belassen.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

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