01.11.2018

Lohnzuschuss: Bei Gehaltsumwandlung keine Pauschalierung möglich

Geld fĂŒr Arbeitskraft - das ist im Grunde genommen der Kern der Definition fĂŒr steuerpflichtigen Arbeitslohn. Eine etwas feinere Definition schließt auch noch andere Vorteile und BezĂŒge wie zum Beispiel die Überlassung eines Firmenwagens oder Ähnliches ein. Sofern ein Vorteil jedoch nicht fĂŒr die Überlassung der Arbeitskraft, sondern vom Arbeitgeber freiwillig und zusĂ€tzlich gezahlt wird, ist mitunter sogar Steuerfreiheit oder zumindest eine pauschale Lohnversteuerung möglich.

Im Rahmen der pauschalen Versteuerung werden entweder 15 % oder 25 % als Lohnsteuer auf die Entgeltbestandteile erhoben. Sofern der Prozentsatz seiner individuellen Lohnversteuerung höher ist, hat der Arbeitnehmer also mehr Netto vom Brutto. Auch der Arbeitgeber hat etwas davon, denn der pauschal versteuerte Lohn kann zusÀtzlich noch sozialversicherungsfrei sein. Die insgesamt zu zahlenden ArbeitgeberbeitrÀge zur Sozialversicherung sind daher - ebenso wie die entsprechenden BeitrÀge der Arbeitnehmer - geringer.

Im Steuerrecht gibt es allerdings EinschrĂ€nkungen bzw. Bedingungen fĂŒr die Anwendung dieser Pauschalierungsmethode. Einerseits sind die ZuschĂŒsse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn nur bei freiwilliger und zusĂ€tzlicher Zahlung, andererseits nur bei bestimmten Sachverhalten zulĂ€ssig. Hierzu zĂ€hlen zum Beispiel die Gestellung von Mahlzeiten, Betriebsveranstaltungen, Erholungsbeihilfen, Verpflegungsmehraufwendungen, Aufwendungen fĂŒr den Arbeitsweg, die Übereignung von DatenverarbeitungsgerĂ€ten (auch Zubehör und Internetnutzung) und die Übereignung oder Bezuschussung von Ladevorrichtungen fĂŒr Elektrofahrzeuge.

In einem Fall des Finanzgerichts DĂŒsseldorf (FG) mussten die Richter einem Arbeitgeber jedoch Grenzen aufzeigen. Denn ein Arbeitgeber ist verpflichtet, die pauschal versteuerten ZuschĂŒsse (fĂŒr Internetnutzung und Fahrtwege) zusĂ€tzlich zum Arbeitslohn zu zahlen. Wenn zunĂ€chst das Gehalt reduziert und anschließend „als Ersatz“ dafĂŒr ein Zuschuss gezahlt wird (so war es im Streitfall), sprechen zumindest die Richter des FG von einer Gehaltsumwandlung. Das Erfordernis der ZusĂ€tzlichkeit ist hierbei nicht gegeben. In der Konsequenz ist daher auch keine Pauschalierung erlaubt. Der klagende Arbeitgeber musste die Lohnsteuer nachzahlen.

Hinweis: Das Finanzgericht MĂŒnster urteilte in einem Ă€hnlichen Fall komplett anders - also zugunsten des Arbeitgebers. Beide StreitfĂ€lle sind mittlerweile beim Bundesfinanzhof anhĂ€ngig, der diese Frage klĂ€ren wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.




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