20.10.2018

1-%-Methode bei Firmenwagen: Nutzungsentnahme kann nicht auf 50 % der gesamten Kfz-Kosten gedeckelt werden

Wenn ein privat mitgenutzter Firmenwagen zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, muss die private Nutzungsentnahme grunds√§tzlich nach der 1-%-Regelung ermittelt werden, so dass f√ľr jeden Kalendermonat 1 % des inl√§ndischen Bruttolistenneupreises des Fahrzeugs anzusetzen ist.

Hinweis: Es besteht hier auch die M√∂glichkeit, ein Fahrtenbuch zu f√ľhren, so dass die private Nutzung steuerlich auf Grundlage der tats√§chlich durchgef√ľhrten Fahrten erfasst wird.

Ein selbst√§ndiger Immobilienvermittler aus Bayern hat nun vor dem Bundesfinanzhof (BFH) versucht, die 1%ige Nutzungsentnahme f√ľr seinen Firmenwagen auf 50 % der angefallenen Fahrzeugkosten zu begrenzen. Er berief sich darauf, dass die 1-%-Regelung nach dem Einkommensteuergesetz nur angewandt werden d√ľrfe, wenn der Firmenwagen zu mehr als 50 % betrieblich genutzt werde.

Komme diese Regelung zum Zug, so stehe also im Umkehrschluss fest, dass die Privatnutzung h√∂chstens 50 % betragen habe, so dass eine Nutzungsentnahme in H√∂he von mehr als 50 % der Kfz-Kosten gegen das √úberma√üverbot versto√üe. Im vorliegenden Fall hatte das Finanzamt f√ľr das Jahr 2009 eine Nutzungsentnahme von 7.680 ‚ā¨ bei Gesamtfahrzeugkosten von nur 11.000 ‚ā¨ angesetzt.

Der BFH lehnte eine Deckelung der Nutzungsentnahme jedoch ab und stufte die 1-%-Regelung als verfassungsrechtlich unbedenklich ein. Nach Gerichtsmeinung durfte der Gesetzgeber eine derart vereinfachende Regelung schaffen, da die Nutzung eines Firmenwagens im Grenzbereich zwischen privater und betrieblicher Sph√§re liege, der f√ľr einzelfallbezogene Ermittlungen der Finanz√§mter schwer zug√§nglich sei.

Die pauschale 1-%-Regelung k√∂nne durch ein ordnungsgem√§√ües Fahrtenbuch umgangen werden (Escape-Klausel). Das verhindere eine √úberma√übesteuerung, so dass es nach Gerichtsmeinung aus verfassungsrechtlichen Gr√ľnden nicht geboten ist, die H√∂he der Nutzungsentnahme auf 50 % der Kfz-Gesamtkosten zu deckeln.




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