10.10.2018

Sp├Ątere Bebauung: Einheitliches Vertragswerk bei Grundst├╝ckskauf

Beim Kauf eines Grundst├╝cks f├Ąllt Grunderwerbsteuer an. Diese bemisst sich nach dem Wert des erworbenen Grundst├╝cks. Wird allerdings ein bereits bebautes Grundst├╝ck erworben, so wird die Grunderwerbsteuer nicht nur f├╝r den Boden, sondern f├╝r das gesamte Objekt f├Ąllig. Wie ist es jedoch, wenn man ein Grundst├╝ck erwirbt, das noch unbebaut ist, aber beim Kauf bereits feststeht, wie und von wem es bebaut wird? Ist die Grunderwerbsteuer dann nur auf den Grundst├╝ckspreis oder auch auf die Baukosten zu zahlen? Das Finanzgericht Th├╝ringen (FG) musste in einem solchen Fall entscheiden.

Die Kl├Ągerin und ihr damaliger Lebensgef├Ąhrte erwarben von der Stadt B jeweils zur H├Ąlfte ein erschlossenes Grundst├╝ck. Im Notarvertrag war geregelt, dass mit dem Erwerb auch die Pflicht bestand, das Grundst├╝ck entsprechend der vorliegenden Bauplanung der C-GmbH zu bebauen und zu benutzen. Aus dem Liegenschaftskataster ging hervor, dass f├╝r das Grundst├╝ck eine Reihenhausbebauung vorgesehen war. Die Kl├Ągerin und ihr Partner schlossen schlie├člich mit der C-GmbH einen Vertrag ├╝ber den Bau eines Reihenmittelhauses ab. Das Finanzamt ber├╝cksichtigte bei der Bemessung der Grunderwerbsteuer sowohl den Grundst├╝ckspreis als auch die Baukosten, da die Voraussetzungen eines einheitlichen Vertragswerks vorl├Ągen.

Und das FG gab dem Finanzamt recht. Wenn sich aus weiteren Vereinbarungen, die mit dem Grundst├╝ckskauf in einem engen rechtlichen oder sachlichen Zusammenhang stehen, ergibt, dass die Kl├Ągerin das bei Abschluss des Kaufvertrags unbebaute Grundst├╝ck in bebautem Zustand erh├Ąlt, bezieht sich der grunderwerbsteuerrechtliche Erwerbsvorgang auf diesen einheitlichen Erwerbsgegenstand. Davon muss man ausgehen, wenn der Erwerber ├╝ber das ÔÇ×ObÔÇť und ÔÇ×WieÔÇť der Bauma├čnahme nicht mehr frei entscheiden kann und deshalb feststeht, dass er das Grundst├╝ck nur in einem bestimmten (bebauten) Zustand erhalten wird. Hierbei ist es unerheblich, ob alles aus einer Hand kommt. Auf der Ver├Ąu├čererseite k├Ânnen auch mehrere Personen Vertragspartner sein, so dass Grundst├╝cks├╝bereignung und Geb├Ąudeerrichtung durch verschiedene Personen erfolgen.

Hinweis: Die H├Âhe der Grunderwerbsteuer ist in den einzelnen Bundesl├Ąndern unterschiedlich und betr├Ągt zwischen 3,5 % und 6,5 %. Durch ein solches einheitliches Vertragswerk k├Ânnen sich somit erhebliche Mehrbelastungen f├╝r den Erwerber ergeben. Wir beraten Sie gerne.




Haftungshinweis:
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