09.10.2018

Degressive Abschreibung: Wechsel zur Abschreibung nach tatsächlicher Nutzungsdauer ist nicht erlaubt

Vor Jahren konnte f√ľr neuerrichtete Geb√§ude noch die degressive Abschreibung gew√§hlt werden, so dass fallende gestaffelte Abschreibungss√§tze zur Anwendung kamen. Wurde das Geb√§ude vor 1995 angeschafft oder hergestellt, lie√üen sich folgende S√§tze abschreiben:

Sp√§testens beim Erreichen der dritten Stufe der Abschreibungss√§tze haben Immobilieneigent√ľmer ein Interesse daran, zu einer g√ľnstigeren Abschreibungsmethode zu wechseln. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat es aber bereits in der Vergangenheit abgelehnt, dass ein Eigent√ľmer sp√§ter von der degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung - von beispielsweise 3 % pro Jahr f√ľr Geb√§ude des Betriebsverm√∂gens - wechseln darf.

In einem neuen Urteil hat der BFH nun entschieden, dass Immobilieneigent√ľmer sp√§ter auch nicht zur Abschreibung nach der tats√§chlichen Nutzungsdauer wechseln d√ľrfen.

Hinweis: Das Einkommensteuergesetz sieht vor, dass ein Geb√§ude bei einer verk√ľrzten tats√§chlichen Nutzungsdauer ausnahmsweise √ľber diesen k√ľrzeren Zeitraum abgeschrieben werden darf (bei 30 Jahren beispielsweise mit 3,33 % pro Jahr).

Geklagt hatte eine Vermieterin, die f√ľr ihr vermietetes Autohaus in den ersten 14 Jahren zun√§chst die degressive Abschreibung von 5 % und 2,5 % pro Jahr abgezogen hatte. F√ľr die Folgezeitr√§ume machte sie geltend, dass ihr Mietobjekt nur noch √ľber eine Restnutzungsdauer von zehn Jahren verf√ľge, so dass fortan 10 % pro Jahr abschreibbar seien.

Der BFH lehnte dies ab und erkl√§rte, dass die zuvor gew√§hlte degressive Abschreibung der Rechtsvereinfachung diene und eine standardisierte Nutzungsdauer festlege. W√§hle der Vermieter diese Abschreibungsvariante, entscheide er sich bewusst daf√ľr, die Herstellungskosten seines Geb√§udes in 50 festgelegten Jahresbetr√§gen geltend zu machen. Hiervon d√ľrfe er sp√§ter nicht mehr abweichen.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

Zurück