03.10.2018

Tod des Nie├čbrauchers: Noch nicht abgesetzter Erhaltungsaufwand geht nicht auf Eigent├╝mer ├╝ber

Wenn Sie als privater Vermieter gr├Â├čere Erhaltungsaufwendungen f├╝r eine vermietete Wohnung oder ein vermietetes Wohngeb├Ąude tragen, k├Ânnen Sie den Aufwand in Ihrer Einkommensteuererkl├Ąrung gleichm├Ą├čig ├╝ber einen Zeitraum von zwei bis f├╝nf Jahren verteilen.

Hinweis: Durch diesen gestreckten Werbungskostenabzug k├Ânnen Sie Ihre Steuerersparnis h├Ąufig optimieren, weil Sie das zu versteuernde Einkommen mehrerer Jahre in Bereichen kappen k├Ânnen, in denen der progressiv ansteigende Einkommensteuersatz besonders hoch ist. Bei einer Einzelveranlagung 2018 wird der Grenzsteuersatz von 42 % ab einem zu versteuernden Einkommen von 54.950 ÔéČ erreicht.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat k├╝rzlich entschieden, dass ein ├╝ber mehrere Jahre verteilter und noch nicht verbrauchter Erhaltungsaufwand nicht vom verstorbenen Nie├čbraucher auf den Eigent├╝mer ├╝bergehen kann.

Im vorliegenden Fall hatte eine Frau ihrem Sohn mehrere Mietobjekte ├╝bertragen, sich jedoch einen lebenslangen Nie├čbrauch an ihnen vorbehalten; die Vermietungseink├╝nfte wurden weiterhin bei ihr erfasst. In den Jahren vor ihrem Tod hatte die Frau hohe Erhaltungsaufwendungen verausgabt, die sie ├╝ber mehrere Jahre verteilt absetzen wollte. Sie verstarb jedoch, bevor der Verteilungszeitraum abgelaufen war, so dass der Sohn die noch nicht abgesetzten Betr├Ąge in seiner Einkommensteuererkl├Ąrung abziehen wollte.

Der BFH lehnte einen ├ťbergang der Erhaltungsaufwendungen auf ihn jedoch ab, so dass die noch nicht abgesetzten Betr├Ąge steuerlich verlorengingen. Das Gericht wies darauf hin, dass f├╝r einen personen├╝bergreifenden ├ťbergang der Erhaltungsaufwendungen schlichtweg die Rechtsgrundlage fehle.

Zwar beinhaltet die Einkommensteuer-Durchf├╝hrungsverordnung eine Regelung, nach der sich die Abschreibungsbetr├Ąge f├╝r ein Wirtschaftsgut im Fall eines unentgeltlichen Erwerbs nach den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Rechtsvorg├Ąngers bemessen k├Ânnen, von dieser Vorschrift werden aber Erhaltungsaufwendungen nicht erfasst.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf├Ąltiger Bearbeitung nicht ├╝bernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

Zurück