27.09.2018

Cashpool: Zinsabreden m├╝ssen konkret sein

Viele Konzerne oder auch kleine Unternehmensgruppen vereinbaren in der Regel einen sogenannten Cashpool. Darunter versteht man die personen├╝bergreifende Verrechnung von Guthaben und Schulden, so dass die Konzernobergesellschaft ├╝ber einen Saldo von Bankguthaben verf├╝gt. Dies ist zur Steuerung der Liquidit├Ąt und f├╝r die Inanspruchnahme von (externen) Darlehen vorteilhaft.

Doch wie alle Vereinbarungen innerhalb einer Unternehmensgruppe beinhaltet auch diese steuerliche Risiken, denn Absprachen unter Gesellschaften und Gesellschaftern m├╝ssen bestimmten steuerlichen Kriterien gen├╝gen, um dem sogenannten Drittvergleich standzuhalten. Unter anderem m├╝ssen diese klare Aussagen enthalten und im Vorhinein getroffen worden sein.

In einem aktuellen Fall vor dem Bundesfinanzhof hatte eine Obergesellschaft mit ihrer Enkelgesellschaft einen Cashpool vereinbart. Zuvor war jedoch kein fester Zinssatz festgelegt worden; vielmehr wurde hinsichtlich der H├Âhe des Zinses eine bestimmte Bandbreite vorgegeben. Der konkrete Zins sollte sich an den Refinanzierungskosten der Obergesellschaft orientieren und da diese naturgem├Ą├č schwankten, variierte auch der Zinssatz im Cashpool.

Nach Gerichtsmeinung h├Ątte sich eine fremde GmbH auf eine solche Vereinbarung nicht eingelassen, weshalb die an die Obergesellschaft gezahlten Zinsen jeweils als verdeckte Gewinnaussch├╝ttungen betrachtet wurden.

Hinweis: Die Qualifikation als verdeckte Gewinnaussch├╝ttung f├╝hrt dazu, dass die Zinszahlungen bei der zahlenden Gesellschaft nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden d├╝rfen.




Haftungshinweis:
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