22.09.2018

Motoryachtvermietung: √Ąnderung der Eink√ľnftequalifizierung unzul√§ssig

Warum nicht das Angenehme mit dem N√ľtzlichen verbinden und dabei auch noch Steuern sparen? Das dachte sich vor einigen Jahren wohl ein Sachse: Er kaufte sich 2010 eine Motoryacht und vermietete sie √ľber einen Vermittler. Daneben nutzte er die Yacht gelegentlich auch privat. Die als gewerblich eingestuften Eink√ľnfte waren jedoch durchweg negativ, so dass der Yachtbesitzer zum 31.12.2015 die Betriebsaufgabe erkl√§rte. Das Finanzamt, das die Verluste bisher als negative Eink√ľnfte erfasst hatte, √§nderte nun die Steuerbescheide f√ľr die Jahre 2010 bis 2014, so dass der Yachtbesitzer erhebliche Steuernachzahlungen zu beklagen hatte.

Das Interessante an diesem Fall war, dass das Finanzamt hier nicht eine Liebhaberei, also ein Hobby des Yachtbesitzers, feststellte (das h√§tte zul√§ssigerweise die steuerliche Nichtber√ľcksichtigung nach sich gezogen), sondern die Eink√ľnfte aus der Vercharterung der Yacht einer anderen Einkunftsart zuordnete. Denn die Vermietung einer Motoryacht ist keine gewerbliche T√§tigkeit. Die Eink√ľnfte aus der Vermietung von beweglichen Sachen - und eine Motoryacht z√§hlt bis zu einer gewissen Gr√∂√üe dazu - z√§hlen zu den sonstigen Eink√ľnften. Ein Verlust hieraus wird einkommensteuerlich nicht ber√ľcksichtigt, es sei denn, man kann ihn mit positiven Eink√ľnften aus derselben Einkunftsart im gleichen Jahr oder sp√§ter verrechnen.

Das Finanzgericht Sachsen (FG) stellte nun in Frage, ob die Vorgehensweise des Finanzamts √ľberhaupt zul√§ssig war. Denn die Steuerbescheide seien zwar alle vorl√§ufig ergangen, allerdings nur aufgrund der bestehenden Zweifel an der Gewinnerzielungsabsicht. Die Frage der Einkunftsart habe jedoch Vorrang vor der Frage der Gewinnerzielungsabsicht. Die Vorl√§ufigkeit der Steuerfestsetzungen konnte sich daher nicht auf die Einkunftsart beziehen.

Obwohl das FG in seinem Beschluss also zun√§chst im Sinne des Kl√§gers entschieden hat, ist das Verfahren noch nicht ausgestanden. Dem Kl√§ger wurde hier erst einmal die Aussetzung der Vollziehung der offenen Steuerzahlungen gew√§hrt. Der Beschluss dient jedoch gleichzeitig als erste Orientierung f√ľr das Hauptverfahren.

Hinweis: Sie vermieten regelmäßig bewegliche Sachen? Denken Sie daran, dass nicht nur die Vermietung von unbeweglichen Sachen wie Gebäuden oder Wohnungen steuerpflichtig ist. Gerne beraten wir Sie konkret zu Ihrer Tätigkeit.




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