06.07.2018

Kryptowährungen: Spekulationen mit Bitcoins & Co können steuerpflichtig sein

Nachdem manche Kryptow√§hrungen in der Vergangenheit ein wahres Kursfeuerwerk hingelegt haben, sind viele Privatanleger auf das digitale Geld aufmerksam geworden und haben in Bitcoins und andere Digitalw√§hrungen investiert. W√§hrend f√ľr die steuerliche Behandlung klassischer Geldanlageprodukte seit Jahren ein engmaschiges Regelwerk existiert, ist die Besteuerung von Gewinnen aus Kryptow√§hrungen auch f√ľr Steuergesetzgeber und Finanzverwaltung weitestgehend Neuland, das erst nach und nach ‚Äěerschlossen‚Äú wird.

Anleger sollten wissen, dass es sich bei Kryptow√§hrungen rechtlich gesehen nicht um (Fremd-)W√§hrungen handelt, sondern um ‚Äěandere Wirtschaftsg√ľter‚Äú. Wer Bitcoins & Co innerhalb eines Jahres privat kauft und wieder verkauft, t√§tigt daher ein privates Ver√§u√üerungsgesch√§ft und muss den Wertzuwachs als Spekulationsgewinn in der Einkommensteuererkl√§rung angeben. Ob der Gewinn durch Umtausch, Bezahlen beim Onlineshopping oder an der B√∂rse erzielt wird, macht dabei keinen Unterschied.

Da sich der Gewinn aus dem Ver√§u√üerungspreis abz√ľglich der Anschaffungs- und der Ver√§u√üerungskosten errechnet, sollten Anleger unbedingt den Anschaffungsvorgang dokumentieren. Die Anschaffungskosten ergeben sich aus dem Einkaufspreis der Kryptow√§hrung plus Anschaffungsnebenkosten wie Transaktionsgeb√ľhren.

Werden Kryptow√§hrungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten erworben und sp√§ter nur teilweise verkauft, k√∂nnen Anleger die ‚ÄěFirst-in-first-out‚Äú-Methode anwenden, nach der die zuerst erworbenen Coins als zuerst verkauft gelten. Bei der Berechnung des Ver√§u√üerungsgewinns k√∂nnen also die Anschaffungskosten der ‚Äě√§ltesten‚Äú Coins abgezogen werden.

Wer durch die Veräußerungsgeschäfte binnen Jahresfrist einen Verlust erzielt, kann diesen mit Gewinnen aus anderen Spekulationsgeschäften verrechnen.

Hinweis: Gewinne aus privaten Ver√§u√üerungsgesch√§ften bleiben steuerfrei, wenn sie zusammengerechnet unter 600 ‚ā¨ im Jahr liegen. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze: Wird die 600-‚ā¨-Schwelle erreicht oder auch nur geringf√ľgig √ľberschritten, ist somit der gesamte Gewinn steuerpflichtig.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

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