30.06.2018

Gemeinsam gekaufte Arbeitswohnung: Abschreibung nur f√ľr Miteigentumsanteil m√∂glich

Wer von zu Hause aus arbeitet, darf die Kosten f√ľr sein h√§usliches Arbeitszimmer nur dann unbeschr√§nkt als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehen, wenn sich dort sein T√§tigkeitsmittelpunkt befindet. Ansonsten bleibt ihm allenfalls ein begrenzter Raumkostenabzug von maximal 1.250 ‚ā¨ pro Jahr.

Fein raus ist, wer seinen Arbeitsraum als au√üerh√§usliches Arbeitszimmer deklarieren kann, denn dann lassen sich die Kosten in unbeschr√§nkter H√∂he absetzen - selbst wenn dort nicht der T√§tigkeitsmittelpunkt liegt. Diese g√ľnstige Einordnung gelingt beispielsweise, wenn zus√§tzlich zur Privatwohnung eine separate Arbeitswohnung gekauft oder angemietet wird. Sofern zwischen beiden Wohnungen eine ‚Äěallgemeine Verkehrsfl√§che‚Äú liegt, die auch Fremde nutzen k√∂nnen (z.B. ein Treppenhaus in einem Mehrfamilienhaus), wird der h√§usliche Zusammenhang aufgehoben, so dass die Kosten der Arbeitswohnung in voller H√∂he absetzbar sind.

Hinweis: Steuerfachleute raten allerdings davon ab, eine Arbeitswohnung auf derselben Etage wie die Privatwohnung einzurichten. Denn nach der h√∂chstrichterlichen Rechtsprechung weisen zwei gegen√ľberliegende Wohnungen im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses weiterhin eine so enge Verbindung zueinander auf, dass die Arbeitswohnung nur noch als ein beschr√§nkt abziehbares h√§usliches Arbeitszimmer gilt.

Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) f√ľhrt vor Augen, dass (Ehe-)Paare beim Kauf von Arbeitswohnungen aber unbedingt auf die Eigentumsverh√§ltnisse und die Finanzierungsmodalit√§ten achten sollten. Im vorliegenden Fall hatte ein Ehepaar gemeinsam eine Arbeitswohnung gekauft (h√§lftige Miteigentumsanteile), die dann nur von der Ehefrau beruflich genutzt wurde. Die Darlehen zur Finanzierung hatten beide gemeinsam aufgenommen; Zinsen und Tilgung wurden vom gemeinsamen Konto beglichen.

Der BFH entschied, dass die Ehefrau die Schuldzinsen und Abschreibungsbetr√§ge der Arbeitswohnung nur h√§lftig als Werbungskosten abziehen darf. Hierf√ľr entscheidend war, dass die Wohnung nur in ihrem h√§lftigen Miteigentum stand, die Finanzierungsdarlehen gemeinsam aufgenommen und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen wurden. Nach Gerichtsmeinung hatte die Ehefrau deshalb nur die h√§lftigen Aufwendungen verausgabt.

Hinweis: Lediglich quotal hat der BFH nur die sogenannten grundst√ľcksbezogenen Aufwendungen anerkannt. Hierzu z√§hlen neben Abschreibung und Schuldzinsen auch die Grundsteuer, allgemeine Reparaturkosten und Versicherungsbeitr√§ge. Unbeschr√§nkt abziehbar blieben hingegen die sogenannten nutzungsorientierten Aufwendungen (z.B. f√ľr Energie und Wasser).




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