28.06.2018

√úbungsleiter-Freibetrag: Ausgaben lassen sich besser absetzen

Wer nebenberuflich als √úbungsleiter, Ausbilder, Erzieher oder Betreuer (z.B. in einem Sportverein) t√§tig ist, kann seine Einnahmen bis zu 2.400 ‚ā¨ pro Jahr steuerfrei beziehen. Dieser √úbungsleiter-Freibetrag gilt auch f√ľr nebenberufliche k√ľnstlerische oder pflegende T√§tigkeiten.

Ausgaben im Zusammenhang mit der nebenberuflichen T√§tigkeit konnten bislang nur dann steuerlich als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abgesetzt werden, wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben √ľber dem Freibetrag lagen.

Hinweis: In diesen F√§llen d√ľrfen aber nur diejenigen Kosten steuerlich geltend gemacht werden, die oberhalb des Betrags der steuerfreien Einnahmen liegen.

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) k√∂nnen Ausgaben im Zusammenhang mit der nebenberuflichen T√§tigkeit nun auch dann abgesetzt werden, wenn die Einnahmen unter dem Freibetrag liegen. Geklagt hatte eine √úbungsleiterin, die von ihrem Sportverein im Jahr 2012 insgesamt Einnahmen von 1.200 ‚ā¨ bezogen hatte; der √úbungsleiter-Freibetrag lag damals bei 2.100 ‚ā¨. Da sie zu Ausw√§rtswettk√§mpfen mit dem eigenen Pkw fuhr, entstanden ihr Fahrtkosten von insgesamt 4.062 ‚ā¨, die sie - zun√§chst erfolglos - in der Einkommensteuererkl√§rung geltend machte.

Nach der Entscheidung des BFH k√∂nnen die Ausgaben auch in dieser Fallkonstellation abgezogen werden, soweit sie die steuerfreien Einnahmen √ľbersteigen. Zentrale Voraussetzung hierf√ľr ist aber, dass die nebenberufliche T√§tigkeit mit Eink√ľnfteerzielungsabsicht ausge√ľbt wird. Der √úbungsleiter muss somit √ľber die gesamte (jahres√ľbergreifende) Dauer seiner T√§tigkeit einen Totalgewinn anstreben. Ansonsten w√ľrde er sich im Bereich der steuerlich irrelevanten Liebhaberei bewegen, f√ľr die keine Kosten abgerechnet werden k√∂nnen.

Der BFH verwies den Fall zur√ľck an die Vorinstanz, weil der Punkt der Eink√ľnfteerzielungsabsicht noch gepr√ľft werden muss. Sollte die √úbungsleiterin diese Pr√ľfung bestehen, kann sie f√ľr 2012 einen steuerlichen Verlust von 2.862 ‚ā¨ (Ausgaben von 4.062 ‚ā¨ abz√ľglich der steuerfreien Einnahmen von 1.200 ‚ā¨) geltend machen.

Hinweis: Der Urteilsfall zeigt, dass Ausgaben im Zusammenhang mit der nebenberuflichen T√§tigkeit auch im Fall von komplett steuerbefreiten Einnahmen abgerechnet werden k√∂nnen, sofern auf Dauer ein Totalgewinn angestrebt wird. Um die Pr√ľfung der Eink√ľnfteerzielungsabsicht zu bestehen, d√ľrfen nicht in jedem Jahr hohe Ausgaben anfallen, die √ľber den Einnahmen liegen. Es muss in der Gesamtschau auch etwas ‚Äě√ľbrigbleiben‚Äú.




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