26.06.2018

Auf den Hund gekommen: Ein Haustier als Arbeitsmittel?

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ihrem Gehalt oder Lohn stehen, sind regelm√§√üig als Werbungskosten steuerlich abzugsf√§hig und mindern Ihr Einkommen. Da die H√∂he der Einkommensteuer von der H√∂he Ihres Einkommens abh√§ngt, k√∂nnen Sie sich im Wege der Einkommensteuererkl√§rung die von Ihrem Arbeitgeber zu viel abgef√ľhrte Lohnsteuer vom Finanzamt zur√ľckerstatten lassen. Oftmals sind solche Aufwendungen aber nicht ausschlie√ülich f√ľr die berufliche T√§tigkeit gedacht, sondern stehen auch im Zusammenhang mit privaten Interessen. Dann werden die Kosten m√∂glicherweise nicht anerkannt.

So ging es auch einer Lehrerin an einer Gesamtschule in Rheinland-Pfalz. Sie besa√ü einen Hund und nahm ihn an drei Tagen in der Woche f√ľr ein Schulhundprojekt mit in die Schule. Die Kosten f√ľr den Hund wollte sie zu 50 % als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hatte nun dar√ľber zu entscheiden, ob das zul√§ssig ist oder nicht.

Das FG entschied, dass der ‚ÄěSchulhund‚Äú nicht als ein Arbeitsmittel der Lehrerin anzusehen war, weil er nicht nahezu ausschlie√ülich und unmittelbar der Erledigung der dienstlichen Aufgaben der Lehrerin diente. Im Gegensatz zu einem Polizeihund befand sich der Hund im Streitfall im Eigentum der klagenden Lehrerin und eine private Nutzung des Hundes fand nicht nur in geringem Umfang statt. (Bei einem Polizeihund ist der Dienstherr der Eigent√ľmer und die private Nutzung ist nicht gestattet.). Es bestand auch keine dienstliche Verpflichtung der Lehrerin, im Unterricht einen ‚ÄěSchulhund‚Äú einzusetzen.

√úberdies befand das FG, dass im Streitfall eine Trennung der Aufwendungen in einen privat und einen beruflich veranlassten Teil nicht m√∂glich ist. Ein objektiver Ma√üstab daf√ľr, inwieweit der Hund beruflich und inwieweit er privat genutzt wurde, l√§sst sich nicht definieren. Ein solcher ist aber erforderlich, um bei gemischten Aufwendungen den Anteil der beruflich veranlassten Kosten zu ermitteln. Ohne Aufteilungsma√üstab sind s√§mtliche Aufwendungen nicht abzugsf√§hig und dem privaten Bereich zuzuordnen. Und damit kam auch eine Abzugsf√§higkeit als Werbungskosten nicht in Betracht.

Hinweis: Sie haben Fragen zu gemischten Aufwendungen und wollen vermeiden, dass Ihnen das Finanzamt einen Strich durch die Rechnung macht? Gerne analysieren wir ganz konkret, unter welchen Voraussetzungen Ihre Aufwendungen abziehbar sind. Bitte vereinbaren Sie hierzu einen Beratungstermin.




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