24.06.2018

Berufliche Feiern: Aufwendungen nur in Ausnahmefällen Werbungskosten

Auf eine Bef√∂rderung, einen neuen Job oder einen wichtigen Auftrag darf man gerne einmal ansto√üen. Eine Feier ist oftmals √ľblich, wenn ein Ausbildungsabschnitt erfolgreich beendet wurde. Im Fall eines frisch bestellten Steuerberaters hat der Bundesfinanzhof die Aufwendungen f√ľr die Feier sogar als beruflich veranlasst angesehen, deshalb als Werbungskosten anerkannt und damit auch eine Minderung der Steuerlast f√ľr rechtm√§√üig erachtet.

Inwieweit dieses Urteil auch auf andere Sachverhalte √ľbertragen werden kann und worauf es dabei ankommt, hatte k√ľrzlich das Finanzgericht M√ľnchen (FG) zu beurteilen. Hier hatte ein katholischer Priester seinen ersten Gottesdienst nach seiner Priesterweihe, die sogenannte Primiz, in seiner Heimatgemeinde abgehalten. Im Anschluss an die Primiz wurde die gesamte Gemeinde zum Feiern eingeladen. Teilweise hatte der Priester die Kosten √ľbernommen - immerhin noch √ľber 2.000 ‚ā¨. Das Finanzamt erkannte aber nicht an, dass es sich hierbei um eine beruflich veranlasste und damit abzugsf√§hige Feier handelte.

Das FG folgte der Entscheidung des Finanzamts und wies auf ein paar Punkte hin, die zu einer nicht trennbaren und zu engen Verzahnung zwischen der beruflichen und der privaten Sph√§re gef√ľhrt hatten. Einerseits handelte es sich bei der Heimatgemeinde n√§mlich nicht um die Gemeinde, in der der frisch geweihte Priester nun t√§tig war, sondern um die Gemeinde, in der er aufgewachsen und auf das Priesteramt vorbereitet worden war. Erst kurze Zeit nach der Primiz wurde er bei seiner neuen, ‚Äěeigenen‚Äú Gemeinde als Kaplan eingef√ľhrt. Nur dort war er auch angestellt. Eine berufliche Veranlassung f√ľr die Feier in seiner Heimatgemeinde bestand insofern nicht.

Au√üerdem waren zu der Feier neben Vertretern der Kirchen und √∂ffentlicher Einrichtungen auch pers√∂nliche Bekannte, Freunde und Familienangeh√∂rige eingeladen. Insgesamt musste bei der Primizfeier deshalb davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um eine private Feier gehandelt hat. Damit geh√∂rten s√§mtliche Aufwendungen auch dem Bereich der privaten Lebensf√ľhrung an. Ein Ansatz als Werbungskosten schied aus.

Hinweis: Sie planen eine Feier aus einem beruflichen Anlass? Sprechen Sie uns darauf an und lassen Sie sich beraten, worauf Sie achten m√ľssen, damit keine privaten Verflechtungen eine steuerliche Geltendmachung der Kosten gef√§hrden.




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