09.06.2018

Ehrenamtliche T√§tigkeiten: Fiskus stellt bis zu 975 ‚ā¨ pro Jahr steuerfrei

Ohne ehrenamtliches Engagement w√ľrden viele Bereiche des √∂ffentlichen und sozialen Lebens nicht funktionieren. Auch der Steuergesetzgeber hat die gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamts erkannt und daher eine steuerfreie Ehrenamtspauschale von 720 ‚ā¨ pro Jahr im Einkommensteuergesetz festgeschrieben. Die Pauschale gilt beispielsweise f√ľr die Verg√ľtung von Vereinsvorst√§nden, -kassierern, -schriftf√ľhrern, -platzwarten, Jugendleitern oder Amateurschiedsrichtern. Auch ehrenamtliche Tierpfleger, Dolmetscher, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und der freiwilligen Feuerwehr k√∂nnen f√ľr ihre Einnahmen die Ehrenamtspauschale beanspruchen.

Zentrale Voraussetzung f√ľr die Gew√§hrung der Ehrenamtspauschale ist, dass die ehrenamtliche T√§tigkeit im Nebenberuf ausge√ľbt wird. Sie darf nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nehmen. Profitieren k√∂nnen aber auch Personen, die im steuerrechtlichen Sinne gar keinen Hauptberuf aus√ľben, wie beispielsweise Hausfrauen, Studenten, Arbeitslose oder Rentner.

Erforderlich ist zudem, dass die T√§tigkeit bei gemeinn√ľtzigen, mildt√§tigen oder kirchlichen Einrichtungen (z.B. Vereinen, Stiftungen) oder bei juristischen Personen des √∂ffentlichen Rechts (unter anderem Gemeinden) ausge√ľbt wird.

Handelt es sich bei der Verg√ľtung f√ľr das Ehrenamt steuerrechtlich um ‚Äěsonstige Eink√ľnfte‚Äú, kann zudem eine j√§hrliche Freigrenze von bis zu 256 ‚ā¨ genutzt werden, bis zu der ebenfalls Steuerfreiheit eintritt. Somit lassen sich sogar 975,99 ‚ā¨ pro Jahr steuerfrei beziehen.

Beispiel: Ein ehrenamtlicher Schiedsrichter im Amateurbereich erh√§lt f√ľr seine T√§tigkeit insgesamt 900 ‚ā¨. Nach Abzug der Ehrenamtspauschale von 720 ‚ā¨ verbleiben 180 ‚ā¨, die jedoch unter die Freigrenze von 256 ‚ā¨ gefasst werden k√∂nnen, so dass die komplette Verg√ľtung steuerfrei bleibt.

Hinweis: Bei p√§dagogisch ausgerichteten T√§tigkeiten k√∂nnen Steuerzahler die steuerfreie √úbungsleiterpauschale von 2.400 ‚ā¨ pro Jahr geltend machen. F√ľr die betreffende T√§tigkeit ist der Abzug der Ehrenamtspauschale dann aber ‚Äěgesperrt‚Äú. Eine parallele Inanspruchnahme der beiden Pauschalen ist allerdings bei mehreren unterschiedlichen Ehren√§mtern m√∂glich, beispielsweise wenn ein ehrenamtlicher Skilehrer eines Sportvereins auch noch als Vereinskassierer t√§tig ist.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

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