29.05.2018

Einzelveranlagung von Eheleuten: Behinderten-Pauschbetrag kann auf Antrag hälftig aufgeteilt werden

Wenn Eheleute oder eingetragene Lebenspartner die Einzelveranlagung w√§hlen, muss jeder Partner eine eigene Einkommensteuererkl√§rung abgeben und seine Eink√ľnfte nach dem Grundtarif versteuern.

Hinweis: Die Einzelveranlagung kann sich beispielsweise lohnen, wenn ein Partner eine Abfindung oder steuerfreie Eink√ľnfte mit Progressionsvorbehalt (z.B. Elterngeld, Arbeitslosengeld) erhalten hat.

Sonderausgaben, au√üergew√∂hnliche Belastungen und der Steuerbonus f√ľr haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen werden dann bei dem Partner abgezogen, der die Aufwendungen wirtschaftlich getragen hat. Auf √ľbereinstimmenden Antrag der Eheleute k√∂nnen die absetzbaren Aufwendungen aber auch einfach h√§lftig auf beide Partner aufgeteilt werden, ohne dass es auf die wirtschaftliche Kostentragung ankommt.

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) gilt dieses Aufteilungsrecht auch f√ľr den Behinderten-Pauschbetrag, den Personen mit Behinderung anstelle der tats√§chlich angefallenen au√üergew√∂hnlichen Belastungen abziehen k√∂nnen.

Geklagt hatte ein einzelveranlagtes Ehepaar, das den Behinderten-Pauschbetrag der Ehefrau h√§lftig auf beide Partner verteilt wissen wollte. Das Finanzamt hatte dies mit der Begr√ľndung abgelehnt, dass der Pauschbetrag nicht zu den aufteilbaren ‚ÄěAufwendungen‚Äú im Gesetzessinne geh√∂re. Er sei an pers√∂nliche Voraussetzungen gekn√ľpft, die vorliegend nur von der Ehefrau erf√ľllt w√ľrden.

Der BFH sprach sich indes f√ľr die h√§lftige Aufteilung aus und verwies darauf, dass durch den Pauschbetrag schlie√ülich Aufwendungen erfasst werden, die als au√üergew√∂hnliche Belastungen anzusehen sind.

Hinweis: Wie hoch der Behinderten-Pauschbetrag ausf√§llt, richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung. Abziehbar sind derzeit zwischen 310 ‚ā¨ und 1.420 ‚ā¨ pro Jahr. Blinde und hilflose Personen k√∂nnen sogar 3.700 ‚ā¨ j√§hrlich geltend machen.




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