19.05.2018

Betreuungsfreibetrag f√ľr Kinder: Wann der Ex-Partner einer √úbertragung widersprechen kann

Pro steuerlich anerkanntem Kind steht jedem Elternteil ein Betreuungsfreibetrag von 1.320 ‚ā¨ zu, der neben dem Kinderfreibetrag von 2.394 ‚ā¨ gew√§hrt wird.

Haben getrenntlebende Eltern ein minderj√§hriges Kind, kann von demjenigen Elternteil, bei dem das Kind gemeldet ist, der doppelte Betreuungsfreibetrag beansprucht werden. Der andere Elternteil geht in diesem Fall leer aus. Er kann der √úbertragung seines Freibetrags aber widersprechen, wenn er die Kosten f√ľr die Kinderbetreuung tr√§gt oder das Kind regelm√§√üig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut.

Wie umfangreich eine solche Betreuung ausfallen muss, damit der √úbertragung wirksam widersprochen werden kann, hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Fall untersucht, in dem eine geschiedene Mutter mit ihren zwei minderj√§hrigen S√∂hnen gemeinsam in einem Haushalt lebte. Beide Kinder waren auch bei ihr gemeldet. Nachdem die Frau den Abzug des doppelten Betreuungsfreibetrags f√ľr jeden ihrer S√∂hne beantragt hatte, widersprach der Vater. Das Finanzamt akzeptierte den Widerspruch und gew√§hrte der Mutter nur den einfachen Freibetrag.

Die Mutter wollte ihren Antrag daraufhin gerichtlich durchsetzen, der BFH lehnte dies jedoch ab: Nach Gerichtsmeinung konnte der Vater sein Widerspruchsrecht wirksam nutzen, weil er die Kinder regelm√§√üig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut hatte. Hierf√ľr reichte es aus, dass er seine S√∂hne an jedem zweiten Wochenende von Freitagnachmittag bis Sonntagabend und w√§hrend der H√§lfte der Ferienzeiten betreut hatte.

Der BFH ist der Ansicht, dass eine zum Widerspruch berechtigende regelmäßige Betreuung insbesondere dann vorliegt, wenn ein minderjähriges Kind in einem im Voraus festgelegten und weitgehend gleichmäßigen Betreuungsrhythmus vom Ex-Partner betreut wird. Die Betreuung erfolgt bereits dann in ausreichendem Umfang, wenn der zeitliche Betreuungsanteil jährlich durchschnittlich mindestens 10 %beträgt (Vereinfachungsregel).




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

Zurück