18.05.2018

Importfahrzeug als Firmenwagen: Bruttolistenpreis darf geschätzt werden

Wird die private Nutzung eines Firmenwagens nach der 1-%-Regelung versteuert, muss der Unternehmer als Nutzungsvorteil monatlich 1 % des inl√§ndischen Bruttolistenneupreises zuz√ľglich der Kosten f√ľr Sonderausstattung und Umsatzsteuer ansetzen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun entschieden, dass dieser Preis bei Importfahrzeugen gesch√§tzt werden darf, sofern ein inl√§ndischer Bruttolistenpreis nicht vorhanden ist und das Fahrzeug auch nicht mit einem bau- und typengleichen inl√§ndischen Fahrzeug vergleichbar ist.

Geklagt hatte ein Gewerbetreibender, der einen privat mitgenutzten Ford Mustang Shelby GT 500 Coup√© in seinem Betriebsverm√∂gen f√ľhrte. Das Fahrzeug hatte er zu einem Bruttopreis von 78.900 ‚ā¨ von einem deutschen Autohaus erworben, das den Wagen wiederum f√ľr 75.999 ‚ā¨ von einem Importeur aus den USA gekauft hatte. Seine 1%ige Nutzungsentnahme auf Basis des niedrigeren amerikanischen Listenpreises von umgerechnet 53.977 ‚ā¨ ermittelte der Gewerbetreibende. Das Finanzamt zog jedoch f√ľr die Berechnung die tats√§chlichen Anschaffungskosten von 78.900 ‚ā¨ heran, wogegen der Gewerbetreibende klagte.

Das Finanzgericht Niedersachsen setzte den ma√ügeblichen Listenpreis daraufhin auf einen gesch√§tzten Wert von 75.999 ‚ā¨ herab und st√ľtzte sich dabei auf den vorliegend gezahlten Importpreis sowie auf die typischen Abgabepreise anderer Importeure. Der BFH akzeptierte diesen Wertansatz in der zweiten Instanz und erkl√§rte, dass der Bruttolistenpreis gesch√§tzt werden durfte, weil mangels eines inl√§ndischen Listenpreises und mangels vergleichbarer inl√§ndischer Fahrzeuge bei diesem Fahrzeugtyp ein sogenannter Beweisnotstand vorlag. Nach Gerichtsmeinung durfte hier jedoch nicht der amerikanische Listenpreis angesetzt werden, weil dieser nicht die Preisempfehlung des Herstellers f√ľr den Endverkauf auf dem deutschen Neuwagenmarkt widerspiegele.




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