04.05.2018

Kapitalertr√§ge: Pflicht zur Einkommensteuerveranlagung ab 410 ‚ā¨

Ist es schon zu sp√§t f√ľr meine Einkommensteuererkl√§rung oder nicht? Ist mein Erstattungsanspruch bereits verj√§hrt? Das sind h√§ufige Fragen aus der Praxis. Die Antwort darauf f√§llt f√ľr einen Angestellten, der nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererkl√§rung verpflichtet ist, in der Regel leicht: Nach vier Jahren ist eine Einkommensteuerveranlagung nicht mehr m√∂glich. Aber da wir uns ja im Steuerrecht befinden, gibt es auch hiervon Ausnahmen.

So hat zum Beispiel das Finanzgericht Sachsen (FG)¬† vor kurzem die Verj√§hrungsfrist f√ľr einen Angestellten auf sieben Jahre verl√§ngert. Dieser hatte seine Erkl√§rung nach mehr als vier Jahren eingereicht. Zu sp√§t, wie das Finanzamt meinte. Denn nur f√ľr Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Steuererkl√§rung verpflichtet sind, gelten sieben Jahre Verj√§hrungsfrist. F√ľr alle anderen sind es nur vier Jahre.

Die Richter des FG ordneten den Angestellten allerdings dem Personenkreis zu, der verpflichtet ist, eine Steuererkl√§rung abzugeben. Denn derjenige, der neben dem Lohnsteuerabzug unterworfenem Arbeitslohn andere Eink√ľnfte von mehr als 410 ‚ā¨ hat, ist verpflichtet, eine Steuererkl√§rung abzugeben. Und im Streitfall lagen tats√§chlich Kapitalertr√§ge von √ľber 2.700 ‚ā¨ vor. Keine Rolle spielte dabei, dass die Kapitalertr√§ge mit der Abgeltungssteuer belastet und damit eigentlich von den ‚Äěnormalen‚Äú Eink√ľnften ausgenommen waren. F√ľr das FG stand fest, dass der Kl√§ger der Pflicht zur Erkl√§rung seines Einkommens unterlag und dementsprechend die siebenj√§hrige Verj√§hrungsfrist galt. Gut f√ľr ihn, denn in dem strittigen Jahr fiel eine hohe Erstattung an.

Hinweis: Sie haben noch ‚ÄěAltlasten‚Äú, in denen sich eventuell eine Steuererstattung versteckt? Gerne finden wir mit Ihnen gemeinsam eine M√∂glichkeit, die Steuererstattung zu heben. Sprechen Sie uns bitte an.




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