29.12.2017

Gewerbesteuer: Gewerbesteuerpflicht eines Personalberaters

Wenn Sie selbst√§ndig t√§tig sind, erzielen Sie entweder Eink√ľnfte aus Gewerbebetrieb oder Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger T√§tigkeit. Was genau bei Ihnen vorliegt, h√§ngt von der Art Ihrer T√§tigkeit ab. Unter die Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger T√§tigkeit fallen insbesondere Eink√ľnfte aus einer freiberuflichen T√§tigkeit - zum Beispiel als Arzt, Rechtsanwalt, Steuerberater, Journalist oder Heilpraktiker (sogenannte Katalogberufe) oder in einem √§hnlichen Beruf. Der entscheidende Unterschied zu den Eink√ľnften aus Gewerbebetrieb ist, dass hierauf keine Gewerbesteuer erhoben wird. Das Finanzgericht K√∂ln (FG) musste unl√§ngst entscheiden, ob ein Personalberater freiberuflich t√§tig oder gewerbesteuerpflichtig ist.

Der Kl√§ger hatte Afrikanistik und Chemie studiert und anschlie√üend eine Ausbildung zum Gro√ü- und Au√üenhandelskaufmann abgeschlossen. Nach seiner T√§tigkeit f√ľr eine internationale Personalberatungsfirma machte er sich im November 2005 als Personalberater selbst√§ndig. In seinen Einkommensteuererkl√§rungen f√ľr die Jahre 2005 bis 2010 erkl√§rte er die Eink√ľnfte hieraus als Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger T√§tigkeit. Das Finanzamt veranlagte ihn antragsgem√§√ü. In der Einkommensteuererkl√§rung 2011 beurteilte es jedoch die T√§tigkeit des Personalberaters als gewerbliche T√§tigkeit und forderte ihn zur Abgabe von Gewerbesteuererkl√§rungen f√ľr die Jahre 2007 bis 2011 auf. Da der Kl√§ger dem nicht nachkam, setzte das Finanzamt im Mai 2013 Gewerbesteuer f√ľr die Jahre 2007 bis 2011 fest. Die dagegen vom Kl√§ger eingelegten Einspr√ľche wies es zur√ľck.

Das FG wies die Klage des Personalberaters ab. Die ergangenen Gewerbesteuermessbescheide sind rechtm√§√üig erlassen worden. Der Kl√§ger √ľbt eine gewerbliche T√§tigkeit aus. Die T√§tigkeit als Personalberater stellt weder einen Katalogberuf noch einen einem beratenden Volks- oder Betriebswirt √§hnlichen Beruf dar. Ein √§hnlicher Beruf liegt nur vor, wenn er auf einer vergleichbar breiten fachlichen Vorbildung beruht und sich die Beratungst√§tigkeit auf einen vergleichbar breiten betrieblichen Bereich erstreckt.

An dieser in Breite und Tiefe vergleichbaren Vorbildung des Kl√§gers fehlte es. Die f√ľr seine T√§tigkeit erworbenen Kenntnisse in einem entsprechenden Unternehmen reichen nicht aus. Au√üerdem ist die T√§tigkeit des Kl√§gers gewerblich, da er sein Honorar daf√ľr erh√§lt, dass er seinen Auftraggebern von ihm ausgesuchte Kandidaten f√ľr eine zu besetzende Stelle vermittelt.

Hinweis: Der Erlass der Bescheide war verfahrensrechtlich zulässig, da die Festsetzungsfrist noch nicht abgelaufen war. Somit muss der Kläger die Gewerbesteuer entrichten.




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