20.12.2017

Verdeckte Gewinnaussch√ľttung: Auch ehemalige Gesellschafter k√∂nnen Empf√§nger einer Vorteilszuwendung sein

Eine verdeckte Gewinnaussch√ľttung liegt in der Regel vor, wenn ein Gesellschafter zu Lasten der Gesellschaft, an der er beteiligt ist, bereichert wird und die Bereicherung fremdun√ľblich ist.

Beispiel: Der Gesellschafter-Gesch√§ftsf√ľhrer einer GmbH erh√§lt ein Gesch√§ftsf√ľhrergehalt von j√§hrlich 250.000 ‚ā¨. In der Branche werden √ľblicherweise aber nur Gesch√§ftsf√ľhrergeh√§lter von maximal 100.000 ‚ā¨ gezahlt.

In diesem Fall liegt in H√∂he von 100.000 ‚ā¨ ‚Äěganz normaler‚Äú Arbeitslohn vor; die Gesellschaft hat insoweit einen Betriebsausgabenabzug und der Gesellschafter-Gesch√§ftsf√ľhrer muss diesen Betrag bei den Eink√ľnften aus nichtselbst√§ndiger Arbeit versteuern. Die restliche Zahlung in H√∂he von 150.000 ‚ā¨ darf das Einkommen der Gesellschaft nicht mindern und muss vom Gesellschafter-Gesch√§ftsf√ľhrer als Eink√ľnfte aus Kapitalverm√∂gen versteuert werden.

In einem Fall vor dem Finanzgericht M√ľnchen wurde nun festgestellt, dass auch ehemalige Gesellschafter Empf√§nger einer verdeckten Gewinnaussch√ľttung sein k√∂nnen. Im dortigen Sachverhalt verzichtete eine GmbH auf eine Forderung gegen√ľber einem ehemaligen Gesellschafter, der seine Anteile zwei Jahre vor dem Verzicht verkauft hatte. Die Richter stellten auf die Verh√§ltnisse zum Zeitpunkt der Darlehensgew√§hrung ab - und zu diesem Zeitpunkt war der Schuldner noch Gesellschafter.

Hinweis: Nicht nur Gesellschafter, sondern auch diesen nahestehende Personen wie zum Beispiel Angeh√∂rige k√∂nnen Empf√§nger einer verdeckten Gewinnaussch√ľttung sein.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf√§ltiger Bearbeitung nicht √ľbernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

Zurück