19.12.2017

Lohnsteuer sparen: Trotz Lohnk√ľrzung mehr Netto vom Brutto

Wie w√§re es, wenn bei der n√§chsten Gehaltsverhandlung vereinbart w√ľrde, dass der Arbeitgeber weniger zahlen muss, der Arbeitnehmer aber netto mehr erh√§lt? Ist das m√∂glich? Und m√ľsste man dann nicht Einbu√üen bei der Rentenanwartschaft hinnehmen? Vor dem Finanzgericht M√ľnster (FG) wurde vor kurzem ein Fall verhandelt, in dem ein solches Modell umgesetzt worden war - vorl√§ufig mit gutem Ausgang.

Im Streitfall hatte die Arbeitgeberin mit ihren Arbeitnehmern eine Gehaltsreduktion vereinbart. Im Gegenzug erhielten die Arbeitnehmer fortan freiwillige Zusatzleistungen in Form von Zusch√ľssen zu Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten sowie Internet- und Telefonkosten. Um die Nachteile bei der Rentenanwartschaft auszugleichen, gew√§hrte die Arbeitgeberin eine betriebliche Vorsorgezusage √ľber eine Versicherung. Durch dieses Konstrukt sparte der Arbeitgeber Lohnsteuer ein und die Arbeitnehmer erhielten einen gr√∂√üeren Teil ihres Gehalts steuerfrei bzw. pauschal versteuert.

Das Finanzamt sah hierin allerdings eine typische Gehaltsumwandlung. In einem solchen Fall sind Leistungen des Arbeitgebers nicht mehr freiwillig und zusätzlich, sondern ganz normaler Arbeitslohn, der regulär zu versteuern ist.

Das FG wiegelte jedoch ab. Nach Ansicht der Richter lag hier keine Gehaltsumwandlung vor. Denn die Arbeitnehmer hatten unwiderruflich auf einen Teil ihres Barlohns verzichtet. Sie konnten im Zweifelsfall nicht durch eine einseitige Erkl√§rung zu ihrem alten Lohn zur√ľckkehren, sondern hatten nur noch auf den nunmehr vereinbarten Lohn einen Rechtsanspruch. Die Zusch√ľsse hingegen waren freiwillig und zus√§tzlich. Eine Umwandlung von ohnehin geschuldetem Arbeitslohn in steuerfreie Zusch√ľsse lag somit nicht vor. Und damit konnte auch die Steuerfreiheit gew√§hrt werden.

Hinweis: Gegen das Urteil des FG wurde Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Sprechen Sie uns aber gerne darauf an, wenn Sie ein solches Modell interessant finden. Wir behalten den Fortgang des Verfahrens im Auge und informieren Sie wieder.




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