01.12.2017

Erbschaftsteuer: Einkommensteuerermäßigung bei doppelter Steuerbelastung

Kennen Sie den Zusammenhang zwischen Einkommensteuer und Erbschaftsteuer? Obwohl beide Steuern etwas v√∂llig anderes zum Gegenstand haben, gibt es durchaus Ber√ľhrungspunkte. Denn einerseits k√∂nnen Einkommensteuerschulden nat√ľrlich das Erbe belasten und so den Wert der Erbschaft schm√§lern. Andererseits kann es bisweilen zu einer doppelten Besteuerung - also einer Belastung mit Erbschaftsteuern und Einkommensteuern - von Eink√ľnften kommen.

Ein solcher Fall liegt zum Beispiel vor, wenn eine Einkommensquelle geerbt wird. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt und daher eine Regelung im Einkommensteuergesetz geschaffen, die diese doppelte Belastung durch eine Beg√ľnstigung in Form einer Steuererm√§√üigung wieder ausgleichen soll.

In einem Streitfall vor dem Finanzgericht D√ľsseldorf haben die Richter allerdings darauf hingewiesen, dass diese Beg√ľnstigung nur zul√§ssig ist, sofern auch Erbschaftsteuer von Todes wegen anf√§llt. Die bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer ber√ľcksichtigten Vorschenkungen (unter Lebenden) k√∂nnen keine Beg√ľnstigung ausl√∂sen.

Im Urteilsfall hatte der Sohn und Erbe, nachdem er zuvor schon einen Anteil des Unternehmens seines Vaters geschenkt bekommen hatte, nach dem Tod des Vaters den Rest der Anteile erhalten. Da der Wert der Schenkung unter dem Freibetrag von 400.000 ‚ā¨ lag, musste er sie nicht versteuern. Der Wert des Erbes jedoch wurde um den Wert der Schenkung erh√∂ht, denn zwischen der Schenkung und dem Tod des Vaters waren weniger als 10 Jahre vergangen. Weil das Unternehmen gleichzeitig eine neue Einkommensquelle war, auf deren Eink√ľnfte er Einkommensteuer zahlen musste, konnte der Sohn bei der Einkommensteuer grunds√§tzlich auf die Steuererm√§√üigung hoffen. Diese fiel allerdings geringer aus, da die Erbschaftsteuer in dieser H√∂he eben auch durch die Schenkung verursacht war: Statt einer Steuererm√§√üigung von 11.262 ‚ā¨ erhielt er so nur noch eine Steuererm√§√üigung von 4.616 ‚ā¨ bei einer tats√§chlich gezahlten Erbschaftsteuer von 28.336 ‚ā¨.

Hinweis: Sie haben Fragen zur Erbschaftsteuer oder den diesbez√ľglichen Gestaltungen? Nicht immer muss eine Schenkung zu einer so ung√ľnstigen Steuerfestsetzung f√ľhren wie im hier dargestellten Streitfall. Wir beraten Sie gerne.




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