29.11.2017

Einnahmen├╝berschussrechnung: Verteilung bei Nutzungs├╝berlassung ├╝ber mehrere Jahre

Als Unternehmer ermitteln Sie Ihren Gewinn in der Regel mittels eines Verm├Âgensvergleichs - der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Dabei wird der Gewinn aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Abweichend von dieser Regel k├Ânnen Unternehmer, die bestimmte Schwellenwerte (Umsatz: 600.000 ÔéČ, Gewinn: 60.000 ÔéČ) nicht ├╝berschreiten, anstelle von Bilanz und GuV eine Einnahmen├╝berschussrechnung zur Ermittlung des steuerlichen Gewinns erstellen.

Wesentlicher Unterschied ist, dass nun nicht mehr die wirtschaftliche Perspektive ma├čgeblich ist, sondern die Zahlungsperspektive: Ein Ertrag oder Aufwand liegt immer dann vor, wenn eine Ein- oder Auszahlung erfolgt. Sofern keine Zahlung erfolgt, ist die steuerliche Ber├╝cksichtigung eines wirtschaftlichen Sachverhalts nur in Ausnahmef├Ąllen m├Âglich.

F├╝r eine solche Ausnahme hat k├╝rzlich eine Grundst├╝ckseigent├╝merin erfolgreich vor dem Finanzgericht M├╝nster (FG) gestritten. Sie hatte einen Teil ihrer Grundst├╝cksfl├Ąchen einem Unternehmen ├╝berlassen, das wegen eines Kraftwerksbaus eine sogenannte Ausgleichsfl├Ąche aufforsten musste. Strittig war nun die Frage, wie denn das Geld f├╝r die Nutzungs├╝berlassung, das direkt am Anfang der ├ťberlassung gezahlt worden war, steuerlich zu ber├╝cksichtigen war. Das Finanzamt wollte alles sofort versteuern.

Das FG war allerdings der Auffassung, dass f├╝r die Grundst├╝ckseigent├╝merin eine Ausnahmeregelung greift. Die Zahlung ist n├Ąmlich f├╝r eine Nutzungs├╝berlassung geflossen, deren Dauer einerseits begrenzt war und andererseits mehr als f├╝nf Jahre umfassen sollte. In einem solchen Ausnahmefall gilt auch f├╝r Einnahmen├╝berschussrechner, dass eine Verteilung auf die Nutzungsdauer zul├Ąssig ist - im Streitfall waren das 25 Jahre.

Der Grund daf├╝r, dass dieser Ausnahmefall tats├Ąchlich vorlag, war ├╝brigens die Begrenzung der Nutzungsdauer. Zwar war kein fixes Enddatum benannt, aber die Begrenzung ergab sich aus der geschlossenen Vereinbarung. Aufgrund des ÔÇ×LebenszyklusÔÇť eines Kraftwerks gilt es als sicher, dass sich die Nutzungsdauer mindestens ├╝ber einen Zeitraum von 25 Jahren erstrecken wird. Fr├╝hestens dann muss ein Kraftwerksr├╝ckbau erfolgen und die genutzten Fl├Ąchen m├╝ssen rekultiviert werden - die Nutzung der Ausgleichsfl├Ąche ist dann nicht mehr erforderlich und das Nutzungsverh├Ąltnis endet.

Hinweis: Sie erkennen den Sachverhalt ÔÇ×Einnahmen f├╝r Nutzungs├╝berlassung ├╝ber mehrere JahreÔÇť bei sich wieder? Eine vergleichbare Regelung gibt es auch auf der Ausgabenseite. Bitte sprechen Sie uns bei Fragen hierzu gerne an.




Haftungshinweis:
Dieser Beitrag ist nach bestem Wissen zusammengestellt. Eine Haftung kann trotz sorgf├Ąltiger Bearbeitung nicht ├╝bernommen werden. Zu dem behandelten Thema wird gerne weitere Auskunft erteilt.

Zurück