28.11.2017

Pension: Weiterarbeit eines Gesellschafter-Gesch├Ąftsf├╝hrers ├╝ber den Versorgungseintritt hinaus

ÔÇ×Undank ist der Welt LohnÔÇť muss sich ein Gesellschafter-Gesch├Ąftsf├╝hrer im Zust├Ąndigkeitsbereich des Finanzgerichts Schleswig-Holstein (FG) k├╝rzlich wohl gedacht haben: Im Jahr 1998 erhielt er eine Pensionszusage, die im Jahr 2007 erh├Âht wurde. Als er im September 2009 das 65. Lebensjahr erreichte (die Altersgrenze in der Pensionszusage), zahlte ihm die GmbH, f├╝r die er t├Ątig war, ab Oktober 2009 eine Pension aus.

Da sich der Gesellschafter-Gesch├Ąftsf├╝hrer aber noch tatkr├Ąftig in die Belange der GmbH einbringen wollte, arbeitete er ebenfalls ab Oktober 2009 in Teilzeit gegen eine geringere Verg├╝tung f├╝r die GmbH weiter.

Ein Nebeneinander von Gehalts- und Pensionszahlungen wollte der Betriebspr├╝fer aber nicht anerkennen. Vielmehr ging er in H├Âhe der aktiven Gehaltszahlungen von verdeckten Gewinnaussch├╝ttungen aus. Dar├╝ber hinaus k├╝rzte er die Pensionsr├╝ckstellung aufgrund der sogenannten 75-%-Regel, wonach die sp├Ątere Pension nicht mehr als 75 % der Aktivbez├╝ge ausmachen durfte.

Letzteres sahen die Richter des FG anders; die 75%ige Obergrenze sei hier nicht anwendbar, da es sich bei dem Teilzeitvertrag um eine eigenst├Ąndige Neuregelung eines Arbeitsverh├Ąltnisses handele.

Der Qualifizierung der Gehaltszahlungen als verdeckte Gewinnaussch├╝ttungen aber stimmte das FG zu, denn ein ordentlicher und gewissenhafter Gesch├Ąftsf├╝hrer h├Ątte die Gehaltszahlungen auf die Pension angerechnet bzw. die Pensionszahlung insoweit aufgeschoben.

Hinweis: Die Richter lie├čen die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) zu. Bislang unbekannt ist, ob der Gesellschafter-Gesch├Ąftsf├╝hrer von seinem Revisionsrecht Gebrauch gemacht hat. Es d├╝rfte n├Ąmlich ├Ąu├čerst interessant sein, ob auch der BFH von einer verdeckten Gewinnaussch├╝ttung ausgehen w├╝rde.




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