27.11.2017

Grunderwerbsteuer: Entlastung f√ľr Immobilienk√§ufer in Sicht?

Beim Kauf von Wohnungen, H√§usern und Grundst√ľcken fiel bis zum Jahr 2005 bundesweit nur eine Grunderwerbsteuer von 3,5 % des Kaufpreises an. Nachdem die Bundesl√§nder seit 2006 den Steuersatz in Eigenregie festlegen d√ľrfen, begann ein Wettlauf der Steuers√§tze: Mittlerweile werden Immobilienk√§ufer in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Th√ľringen, im Saarland und in Schleswig-Holstein mit 6,5 % zur Kasse gebeten.

Hinweis: Wer sich in diesen Bundesl√§ndern ein Eigenheim f√ľr 250.000 ‚ā¨ zulegt, muss also stolze 16.250 ‚ā¨ Grunderwerbsteuer zahlen.

Lediglich in Bayern und Sachsen liegt der Steuersatz noch unverändert bei 3,5 %. Alle anderen Länder fordern mittlerweile zwischen 4,5 % und 6 %

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) setzt sich nun f√ľr eine deutliche Entlastung von Familien ein und fordert die Einf√ľhrung eines Freibetrags bei der Grunderwerbsteuer. In einem am 22.09.2017 im Bundesrat vorgestellten Entschlie√üungsantrag fordert das Land die Bundesregierung auf, zeitnah einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzulegen.

Der Freibetrag soll der geringen Wohnungseigentumsquote in Deutschland entgegenwirken und insbesondere junge Familien in die Lage versetzen, leichter und g√ľnstiger H√§user oder Wohnungen zur Selbstnutzung erwerben zu k√∂nnen. NRW-Finanzminister Lutz Lienenk√§mper sieht in einem Freibetrag den entscheidenden Hebel f√ľr eine Kostensenkung. ‚ÄěInsbesondere Haushalte mit geringem Verdienst w√ľrden von einer solchen Neuregelung profitieren.‚Äú Ein abgesenkter Grunderwerbsteuersatz hingegen w√ľrde im Wesentlichen die K√§ufer von sehr teuren H√§usern und Luxusimmobilien bevorteilen.

Hinweis: Der Entschlie√üungsantrag fordert zudem, dass sich der Bund angemessen an dem Steuerausfall beteiligt, der den Bundesl√§ndern durch die Einf√ľhrung eines Freibetrags entstehen w√ľrde. Zudem dr√§ngt das Papier darauf, sogenannte ‚ÄěShare Deals‚Äú weiter in den Fokus zu nehmen, bei denen insbesondere Gro√üinvestoren die Grunderwerbsteuer dadurch sparen, dass sie ein Grundst√ľck nicht unmittelbar erwerben, sondern stattdessen Anteile an einem Immobilienunternehmen kaufen, dem das Grundst√ľck geh√∂rt.




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