26.11.2017

Angestrebter Vorstandsposten: Vergeblicher Aufwand ist nicht als Werbungskosten abziehbar

Um einen Vorstandsposten in einer noch zu gr├╝ndenden AG zu erhalten, erkl├Ąrte sich ein Rechtsanwalt vor Jahren in einer Absichtserkl├Ąrung bereit, auf ein Konto einer Unternehmensgruppe 75.000 ÔéČ einzuzahlen, mit denen ein Aktienpaket der AG erworben werden sollte. Die Transaktion war Voraussetzung f├╝r den sp├Ąteren Abschluss eines Anstellungsvertrags als Vorstand. Nachdem der Anwalt erfuhr, dass mit seinem eingezahlten Geld - entgegen der Vereinbarung - die operativen Kosten einer GmbH gedeckt worden waren, trat er von der Vereinbarung zur├╝ck und forderte sein Geld zur├╝ck. Seine Pf├Ąndungsbem├╝hungen bleiben jedoch erfolglos, so dass er seine endg├╝ltig verlorene Zahlung schlie├člich als Werbungskosten bei seinen Eink├╝nften aus nichtselbst├Ąndiger Arbeit geltend machte.

Das Finanzgericht K├Âln (FG) gab zun├Ąchst gr├╝nes Licht f├╝r den Abzug und verwies darauf, dass die Zahlung durch die angestrebte Anstellung als Vorstand veranlasst war. Der Bundesfinanzhof hob das Urteil des FG jedoch auf und lehnte den Werbungskostenabzug ab. Die Bundesrichter zogen die st├Ąndige h├Âchstrichterliche Rechtsprechung heran, nach der Aufwendungen des Arbeitnehmers zum Erwerb einer Beteiligung an seinem Arbeitgeber nicht ohne weiteres den Werbungskosten bei den Lohneink├╝nften zugerechnet werden k├Ânnen. Die Kosten stehen vielmehr im Zusammenhang mit den Eink├╝nften aus Kapitalverm├Âgen, weil vermutet werden kann, dass der Arbeitnehmer mit dem Anteilserwerb nicht nur seinen Arbeitsplatz sichern will, sondern auch die Rechte eines Gesellschafters anstrebt. Dieser vorrangige Zusammenhang mit den Kapitaleink├╝nften besteht auch, wenn der Beteiligungserwerb die arbeitsvertragliche Voraussetzung daf├╝r ist, dass der Arbeitnehmer den Arbeitsplatz erh├Ąlt. Im vorliegenden Fall war der Anteilserwerb der Hauptzweck der Geldhingabe (= Zusammenhang mit den Kapitaleink├╝nften), dahinter trat nach Gerichtsmeinung zur├╝ck, dass die Einzahlung die notwendige Voraussetzung f├╝r den Abschluss des Anstellungsvertrags war.




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