15.01.2010

Aufteilungsverbot ist gefallen: Teilweise privat genutzte Reisen h├Âher absetzbar

Aufwendungen, die teils privat, teils beruflich oder betrieblich veranlasst sind, konnten nach bisheriger Rechtsprechung steuerlich insgesamt nicht abgesetzt werden. Eine Aufteilung in privat und beruflich veranlasste Kosten wurde grunds├Ątzlich nicht zugelassen. Allerdings wurde schon bisher in bestimmten F├Ąllen eine Aufteilung dann doch anerkannt, z.B. bei Telefongrundgeb├╝hr und bei Kfz-Kosten. Streitig war z.B., ob Kosten einer Studien- oder Kongressreise aufteilbar sind, wenn die Reise sowohl auf beruflichen wie privaten Gr├╝nden beruhte, und welche Kosten bei teilweise beruflicher Veranlassung der Reise absetzbar sind. Bei einer Reise zwecks Teilnahme an einer Tagung, bei der auch einige Tage f├╝r rein private Zwecke (Urlaub, Besichtigungen) genutzt wurden, wurden meist nur die Kosten zum Abzug zugelassen, die unmittelbar beruflich veranlasst waren, z.B. Tagungsgeb├╝hren, ├ťbernachtungskosten f├╝r die ├╝berwiegend beruflich genutzten Tage. Der Gro├če Senat des Bundesfinanzhofs hat in einem grundlegenden Beschluss wie folgt entschieden:

Ein allgemeines Aufteilungsverbot f├╝r beruflich/betrieblich und privat veranlasste Aufwendungen besteht nicht. Aufwendungen f├╝r Reisen, die abgrenzbare private wie berufliche Teile enthalten, sind grunds├Ątzlich aufzuteilen, es sei denn, der berufliche oder private Teil ist von untergeordneter Bedeutung. Bei Reisen kommt z.B. eine Aufteilung nach der Zeit in Betracht, die f├╝r berufliche oder private Zwecke aufgewendet wurde. Nach diesem Verh├Ąltnis sind dann auch die Kosten der Hin- und R├╝ckreise aufzuteilen. Kosten, die unmittelbar beruflich oder privat veranlasst sind, sind wie bisher voll oder gar nicht absetzbar, z.B. ├ťbernachtung f├╝r ├╝berwiegend beruflich oder privat genutzte Tage. Nutzt ein Arbeitnehmer eine Reise, die er auf Weisung seines Arbeitgebers f├╝r berufliche Zwecke zu unternehmen hat, vorher oder nachher auch f├╝r einen privaten Aufenthalt, sind die Kosten der Hin- und R├╝ckfahrt gleichwohl voll absetzbar, selbst wenn der private Aufenthalt l├Ąnger sein sollte. Das Aufteilungsverbot besteht weite f├╝r "Repr├Ąsentationskosten". Eine Aufteilung ist ferner ausgeschlossen f├╝r Kosten, die zu den unverzichtbaren Aufwendungen der Lebensf├╝hrung geh├Âren, die mit dem Grundfreibetrag abgegolten oder als Sonderausgaben oder au├čergew├Âhnliche Belastung absetzbar sind, z.B. Kosten f├╝r b├╝rgerliche Kleidung, f├╝r eine Brille oder eine Armbanduhr.




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