15.12.2009

Verpachtung eines Handwerksbetriebs

Ein Unternehmer, der seine aktive T√§tigkeit beendet hat, den Betrieb aber nicht verkaufen oder steuerlich aufgeben will, kann nach einem Wahlrecht den Betrieb im Ganzen verpachten. Er muss dann nicht die stillen Reserven (Wertsteigerungen) des Betriebs, insbesondere im Grundbesitz, versteuern. Der Betrieb wird dann steuerlich wie ein fortbestehender Betrieb behandelt. Erst wenn der Unternehmer ausdr√ľcklich die Aufgabe des Betriebs erkl√§rt oder wenn die Voraussetzungen des Wahlrechts wegen √Ąnderung der tats√§chlichen Verh√§ltnisse weggefallen sind, sind die stillen Reserven zu versteuern. Voraussetzung des Wahlrechts ist, dass alle wesentlichen Betriebsgrundlagen verpachtet werden und diese vorhanden bleiben. Der Unternehmer muss nach Ende des Pachtvertrags seinen Betrieb wieder fortf√ľhren k√∂nnen. Bei einem Handwerksbetrieb des Kfz-Gewerbes geh√∂rt nach einer neuen Entscheidung des Bundesfinanzhofs das jederzeit wiederbeschaffbare Werkstattinventar nicht zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen. Das Verp√§chterwahlrecht kann daher bereits ausge√ľbt werden, wenn lediglich Betriebsgeb√§ude und Grundst√ľck verpachtet werden. Auch f√ľr andere Branchen hat der Bundesfinanzhof als Betriebsverpachtung die Verpachtung des Geb√§udes bzw. der Geb√§udeteile gen√ľgen lassen, so z.B. bei Gro√ü- und Einzelhandel, Hotel- und Gastst√§ttenbetrieben, B√§ckerei, Caf√©, Restaurant, wenn f√ľr Umsatz und Gewinn die Lage des Grundst√ľcks und Zustand des Geb√§udes entscheidend sind und das bewegliche Anlageverm√∂gen kurzfristig wieder zu beschaffen ist.




Haftungshinweis:
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